Manipulative osteopathische Behandlung in Verbindung mit Medikamenten lindert den Schmerz bei Fibromyalgie: Ergebnisse einer randomisierten klinischen Pilotstudie

Osteopathisch ausgebildete Ärzte, die Patienten mit einem Fibromyalgie-Syndrom (FS) behandeln, verwenden oft manipulative osteopathische Techniken in Verbindung mit anderen standardisierten Behandlungsmethoden. Obwohl es immer mehr Beweise für die Effizienz der manuellen Therapie bei der Behandlung von ausgewählten akuten Beschwerden des Bewegungsapparats gibt, ist die Rolle der manipulativen osteopathischen Therapie bei der Behandlung von Patienten mit chronischen Beschwerden wie Fibromyalgie bis heute relativ unbekannt.

Vierundzwanzig weibliche Patienten, die den vom American College of Rheumatology entwickelten Kriterien für Fibromyalgie entsprachen, wurden in einem randomisierten Verfahren einer der vier Behandlungsgruppen zugeteilt: (1) diese Gruppe erhielt eine Manipulation, (2) diese Gruppe erhielt eine Manipulation und wurde speziell unterwiesen, (3) dieser Gruppe wurde ein feuchtes Tuch auf den Kopf gelegt, (4) Kontrollgruppe, sie erhielt neben der medikamentösen Behandlung keine weiteren Behandlungen. Die Schmerzwahrnehmung der Patienten wurde mittels Schmerzgrenzen an allen 10 bilateralen Tenderpoints und unter Verwendung eines 9-kg Dolorimeters, mittels dem Chronic Pain Experience Inventory und der Present Pain Intensity Rating Scale beurteilt. Die affektive Reaktion des Patienten auf die Behandlung wurde durch Selbstbeurteilung mittels Fragebogen erfaßt. Die Aktivitäten des täglichen Lebens wurden mit dem Stanford Arthritis Center Disability and Discomfort Scales und einem Fragebogen über den Gesundheitszustand beurteilt. Die Depression wurde mit der Depressionsskala des Center for Epidemiological Studies beurteilt.

Es konnten signifikante Ergebnisse zwischen den vier Behandlungsgruppen bei den Messungen der Schmerzgrenze, des subjektiven Schmerzes, der Einstellung zur Behandlung, der Aktivitäten des täglichen Lebens und der subjektiven funktionellen Fähigkeiten festgestellt werden. Alle Ergebnisse sprechen für die manipulative osteopathische Behandlung. So zeigte diese Studie auf, daß die manipulative osteopathische Behandlung kombiniert mit der üblichen medizinischen Behandlung effizienter bei der Behandlung von Fibromyalgie eingesetzt werden kann als die medizinische Behandlung alleine. Diese Ergebnisse müssen in weiteren Studien wiederholt werden, damit beurteilt werden kann, ob durch die Einbeziehung nicht-medikamentöser Ansätze wie der manipulativen osteopathischen Behandlung bei der Behandlung der Fibromyalgie Kosten eingespart werden können.

Osteopathic manipulative treatment in conjunction with medication relieves pain associated with fibromyalgia syndrome: Results of a randomized clinical pilot project
RUSSEL G. GAMBER, DO; JAY H SHORES, PHD; DAVID P. RUSSO, BA; CYNTHIA JIMENEZ, RN; BERNARD R. RUBIN, DO
JAOA. Vol. 102, No 6, June 2002. S 321-325
http://www.jaoa.org/cgi/reprint/102/6/321