Palpatorische Diagnose und manipulative Behandlung des Karpaltunnelsyndroms
Mittels palpatorischer Diagnose wurden 20 abnormale Handgelenke auf ein Karpaltunnelsyndrom untersucht. Die Bewegungseinschränkungen im Karpaltunnel wurden mit einem Bewertungssystem quantifiziert. Alle Handgelenke mit einem Karpaltunnelsyndrom wiesen im Vergleich zu 20 normalen asymptomatischen Handgelenken, die nur leichte oder keine Bewegungseinschränkungen aufwiesen, zumindest eine mäßige Bewegungseinschränkung auf. Mehrere Patienten (16 abnormale Handgelenke) wurden einer manipulativen osteopathischen Behandlung unterzogen. Zudem wurden die neue sogenannte „opponens roll“ Technik und Selbstdehnungsübungen oder eine ähnliche Behandlungen unter Verwendung von Selbstbehandlungsgeräten durchgeführt. Bei den behandelten Patienten konnten die palpatorischen Restriktionen auf ein Normalmaß reduziert werden, oft noch bevor die Symptome verschwanden. Verbesserungen in der Nervenleitung traten normalerweise 1 bis 3 Monate später ein. Die palpatorische Diagnose stellt eine nützliche zusätzliche Methode zur Beurteilung des Patientenstatus bei einem Karpaltunnelsyndrom und der Verlaufsprognose dar. Die modifizierte manipulative Technik, die zur Behandlung von milden Formen des Karpaltunnelsyndroms beschrieben wurde, könnte auch bei schwereren Fällen erfolgreich eingesetzt werden.
Palpatory diagnosis and manipulative management of carpal tunnel syndrome
BENJAMIN M. SUCHER, DO
JAOA Vol 94 No 8 August 1994; S 647-663
http://www.jaoa.org/cgi/content/abstract/94/8/647
